Rumpelstilzchen-Tag 07.08.26

Liebes Tagebuch,

heute jagte wirklich ein Highlight das andere! Nach dem Wecken versammelten wir uns hungrig im Mobby um zu frühstücken, als wir plötzlich Zeugen eines merkwürdigen Spektakels wurden: Ein kleines Männchen tanzte in unseren Reihen herum und bot unseren Teams seltsame Tauschgeschäfte an. Die Küche sollte ihm ein drei-Gänge-Menü im Austausch für die fehlende Crème fraîche kochen, von der Technik wollte er eine Dusche für eine einzige Rolle Gaffa haben, und die Lales sollten ihm den Banner geben, wenn er es schaffen sollte ihnen motivierte Lagerkinder zu besorgen. Komischerweise gingen alle Teams die Deals ein und das Kerlchen wollte bis zum Mittagessen die Gegenleistungen einfordern. Doch uns war das Ganze sehr suspekt. Schnell aßen wir unser Frühstück, um anschließend unseren Vormittag damit zu verbringen, möglichst viel über dieses verrückte Männchen herauszufinden. In einem Stationslauf über den Lagerplatz lernten wir mehr über die Sitten und Bräuche des Männchens, doch lediglich sein Name blieb uns schleierhaft…

Aufgeregt ging es dann für uns ins Mobby, da wir unbedingt sehen wollten, wie das Männchen die Wüsche unserer Teams erfüllte. Doch wir mussten uns noch kurz gedulden, denn die Küche verwöhnte uns erst noch mit einer traumhaften asiatischen Pfanne. Dann war es endlich soweit: begleitet von aufgeregtem Kichern hüpfte der namenlose Fremde in unsere Mitte.

Mit angehaltenem Atem schauten wir zu, wie unsere Teams nacheinander ihre Tauschgeschäfte abwickelten: Die Technik bekam ihr Gaffa für die neue Dusche, die sie uns stolz präsentierte, und die Küche hatte ein Menü gekocht, wofür sie mit der lang ersehnten Crème fraîche ausgestattet wurden. Das Männlein schien mit ihren Gaben einverstanden zu sein, doch er drängte auf den Banner, den er sich so sehr wünschte. Kevin und Nele kamen jedoch mit leeren Händen aus der Küche. Gemeinsam erklärten sie ihm, dass sie auf seine Fähigkeiten nicht mehr angewiesen sind, da wir heute den gesamten Tag so motiviert waren. Wutentbrannt über den geplatzten Deal schrie das Kerlchen auf. Und dann geschah es: Er schnappte sich unser Märchenbuch und Stürmte aus dem Mobby während er sang: ”Ach, wie gut, dass niemand weiß…”

Für uns hieß es also: hinterher! Wir durchkämmten den Lagerplatz und wurden von unseren Leitenden mit dubiosen Tipps wild über den Platz geschickt, immer auf den Spuren des Märchenbuchs. Doch nach einiger Zeit mussten wir uns geschlagen geben- die Suche war hoffnungslos. Niedergeschlagen versammelten wir uns am Banner, wo wir uns unseren Misserfolg eingestehen mussten. Die Küche vertröstete uns mit Läberkäs, Bratkartoffeln und Spinat, wodurch das ein oder andere verstimmte Gemüt beruhigt werden konnte. Satt und den Umständen entsprechend zufrieden war dann Lagerfeuer angesagt und mit hilfe von Barde Jr. an der Gitarre schmetterten wir Lagerfeuerlieder über den Zeltplatz (und noch viel weiter!). Als die Stimmen langsam müde wurden machten wir uns auf zum Zähneputzen und danach, wie gewohnt in die Betten. Doch Lale Nele hatte wichtige Neuigkeiten: Gerüchten zufolge war unser Banner heute Nacht in Gefahr, da das Männlein einfach nicht von ihm ablassen konnte! Das ließen wir uns nicht zweimal sagen und schnell war klar:

Nachtwache ist angesagt!!

In unseren Zeltgruppen sollen wir nun schichtweise den Banner bewachen. Wir sitzen am Lagerfeuer und um uns herum knackt und knistert es überall. Noch hängt der Banner, doch die Spannung steigt minütlich.

Das wird mit Sicherheit nicht die erholsamste aller Lagernächte…

Lukas Klaiber